Mainburg. Die nordrhein-westfälische
Riela-Gruppe mit weltweit ca. 350 Mitarbeitern hat das 1953 gegründete
Unternehmen Heindl GmbH aus der Hopfenstadt mit der vollständigen Produktpalette
übernommen. Der traditionsreiche Maschinen- und Anlagenbauer hat sich
spezialisiert auf Ein-, Drei-, Fünf- und Siebenbandtrockner, die vorrangig
zur Trocknung von Arznei- und Gewürzpflanzen, Hopfen, Obst, Gemüse
und Waldsamen eingesetzt und durch Maschinen zur Weiterverarbeitung ergänzt
werden.
„Nachdem der Riela-Schubwendetrockner völlig neue Einsatzgebiete,
speziell bei Betreibern von Biogasanlagen, aber auch in der Industrie erschlossen
hat, war es aus unternehmerischer Sicht die zukunftsweisend richtige Entscheidung,
das vorhandene Programm durch die ausgereifte und bewährte Linie der
Bandtrockner der Firma Heindl zu komplettieren“, heißt es auf
der Internetseite der Gruppe.
Riela liefert Anlagen für die Getreidelagerung und –trocknung
und kann deshalb das Know-How der Heindl GmbH im Bereich des Baus von Bandtrockner
für die Nutzung von Biogasabwärme und im Bereich der Konzeption
von Wärmerückgewinnungsanlagen für industrielle Trockner
nutzen.
Die Firma Heindl wurde von Albert Johann Heindl sen. im Jahre 1953 als Elektromotorenwickelei
und Elektrofachgeschäft gegründet. Die Baumusterprüfung für
Ölbrenner wurde von Heindl sen. Anfang der 60er Jahre an neunter Stelle
in ganz Deutschland beim TÜV in München absolviert. Der Kleinstölbrenner
„Piccolo“ setzte damals Maßstäbe in punkto Leistung
und Betriebssicherheit.
Heindl fertigte in den 60er bis 80er Jahren Warmlufterzeuger für Trocknungsanlagen
und Industriehallen und entwickelte sich in den folgenden Jahrzehnten immer
mehr in Richtung Maschinen- und Anlagenbau. Dabei war der Bau von Trocknungsanlagen
und Spezialtrocknern mit Mikrowellenheizung vorherrschend.
Im Lauf des 55-jährigen Bestehens der Firma Heindl waren zeitweise
bis zu 20 Mitarbeiter beschäftigt und wurden 17 Lehrlinge ausgebildet.
Rund 800 Ölbrenner wurden gebaut bzw. verkauft, rund 600 indirekte
Warmlufterzeuger gefertigt, mehrere hundert landwirtschaftliche Hopfendarren
in Betrieb genommen und zahlreiche Lüftungsanlagen für Wohnhäuser,
Gaststätten, Banken und sonstige Gewerbebetriebe installiert.
Es wurden Hopfenpflückmaschinen aus der Tschechei importiert und in
Deutschland, Frankreich und Rumänien verkauft. Für die Verarbeitung
von Trockenhopfen wurden fünf große Ganzstahlkipphordentrockner,
zahlreiche Spezialaufbereitungsanlagen und insbesondere rund 130 Zellenradschleusen
ausgeliefert. Rund 70 Sondermaschinen im Bereich der Gemüse-, Obst-,
Kräuter- und Waldsamenverarbeitung sowie 18 größere Bandtrockner,
Tunnelwagen- und Kipphordentrockner wurden gebaut und weltweit vertrieben.
Exporte erfolgten in das europäische Ausland (Belgien, Bulgarien,
Frankreich, Niederlande, Österreich, Polen, Tschechische und Slowakische
Republik), nach Südamerika (Argentinien, Chile) und nach Asien (Aserbaidschan,
China, Iran, Israel, Kasachstan, Saudi-Arabien). Dr. Ing. Albert Heindl,
Geschäftsführer der Heindl GmbH, wird auch für das neue Unternehmen
tätig sein. Die Produktion und Weiterentwicklung der Heindl-Anlagen
erfolgt künftig in Riesenbeck. Am jetzigen Standort in Mainburg wird
die Firma einen süddeutschen Beratungsstützpunkt mit Auslieferungslager
und Service betreiben.
Riesenbeck ist ein Stadtteil von Hörstel im Tecklenburger Land, einem
Teil des Kreises Steinfurt. Am Südhang des Teutoburger Waldes gelegen,
grenzt es im Süden an das flachere Münsterland an. In der Nähe
des Ortes, am Nassen Dreieck, treffen der Dortmund-Ems-Kanal und der Mittellandkanal
zusammen.
Von Hans Kistler
